Featured image of post Der Verstand will sich bewegen, aber der Körper reagiert nicht: Ist es willensschwach? Was ist eine 'psychomotorische Verlangsamung'? Welche SOS-Signale sendet das Gehirn? Wann sollte man psychiatrische Hilfe suchen? Auch eine psychische Erkältung braucht einen Arzt!

Der Verstand will sich bewegen, aber der Körper reagiert nicht: Ist es willensschwach? Was ist eine 'psychomotorische Verlangsamung'? Welche SOS-Signale sendet das Gehirn? Wann sollte man psychiatrische Hilfe suchen? Auch eine psychische Erkältung braucht einen Arzt!

Der Verstand versucht verzweifelt, sich aufzuraffen, aber der Körper fühlt sich wie blockiert an und bewegt sich nicht. Ist das wirklich nur mangelnde Willenskraft? Verstehen Sie das Ungleichgewicht der Neurotransmitter hinter der psychomotorischen Verlangsamung und dem Mangel an Antriebskraft, erkennen Sie die SOS-Signale des Gehirns, finden Sie den richtigen Zeitpunkt für eine ärztliche Behandlung und akzeptieren Sie, dass auch eine psychische Erkältung professionelle Hilfe benötigt.

Manchmal geraten wir in einen extremen Zustand: Der Verstand sagt uns verzweifelt, dass wir uns aufraffen sollen, aber der Körper fühlt sich wie blockiert an und kann sich nicht bewegen, und das Gehirn ist völlig leer.

Liegt das wirklich nur an unserer schwachen Willenskraft?

Wenn das Gehirn krank ist: Was ist eine “psychomotorische Verlangsamung”?

In der Psychiatrie wird dieser Zustand des “Sich-bewegen-Wollens, aber nicht Könnens” als psychomotorische Verlangsamung (Psychomotor Retardation) bezeichnet. Sie tritt häufig bei schweren depressiven Störungen auf und äußert sich in einer eingefrorenen körperlichen Energie sowie einer spürbaren Verlangsamung von Denken und Bewegungen.

Dimension der Manifestation Konkreter Zustand
Kognitive Trägheit Verlangsamte Reaktion, Denkblockaden, Konzentrationsschwierigkeiten, als ob das Gehirn träge geworden wäre
Motorische Trägheit Verlangsamte Gliedmaßen und Schritte, und sogar Sprechgeschwindigkeit und Lautstärke nehmen ab
Mangel an Motivation Extreme Müdigkeit und Schwäche, längeres Liegen im Bett, Verlust des Interesses an der Umgebung
Extremer Stupor In schweren Fällen kann man sich völlig unfähig sein, sich willkürlich zu bewegen, was sich in einem “Stupor”-Zustand äußert

Patienten haben das Gefühl, als ob ihr Gehirn in einen Energiesparmodus gewechselt wäre, was selbst kleine Aufgaben wie Aufstehen oder Duschen extrem mühsam macht.

Das ist nicht Ihre schwache Willenskraft; es ist eine Signalunterbrechung im Gehirn

Das wichtigste Konzept ist: Es liegt nicht daran, dass Sie “faul” oder “nicht stark genug” sind, sondern es ist ein Schutz- und Rückzugsmechanismus des Gehirns.

Wenn das Gehirn chronischem Stress oder Traumata ausgesetzt ist, nimmt die Aktivität in den Bereichen ab, die Emotionen und Bewegungen steuern (wie die Basalganglien, der motorische Kortex und das limbische System), was zu einem Mangel an Neurotransmittern wie Dopamin und Serotonin führt.

Wenn die Konzentration dieser für die Übertragung von Bewegungssignalen verantwortlichen chemischen Substanzen zu niedrig ist, wird die Effizienz des Gehirns bei der Befehlserteilung extrem schlecht.

Warnsignale des Gehirns

Der Verstand will sich bewegen, aber der Körper erhält keine Befehle; das ist das Ergebnis eines Ungleichgewichts der Neurotransmitter, nicht Ihre Schuld.

Der eigentliche Grund dafür, dass Sie “vom Verstand her handeln wollen, aber der Körper den Befehl nicht empfangen kann”, ist ein Problem bei der Übertragung von Nervensignalen, nicht dass Sie sich nicht genug anstrengen.

Diese Tatsache zu objektivieren kann helfen, Selbstvorwürfe abzubauen. Dies ist ein physiologisches Phänomen mit wissenschaftlicher Grundlage, kein persönlicher Charakterfehler.

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

Gelegentliche Verstimmungen oder vorübergehende Müdigkeit lassen sich in der Regel durch Ruhe lindern. Wenn dieser Zustand des “erzwungenen Herunterfahrens” jedoch länger als zwei Wochen anhält und sich durch Ruhe überhaupt nicht verbessert, oder wenn selbst das Aufstehen zum Duschen schwerfällt, kann dies ein Warnsignal für eine schwere Depression oder das Chronische Fatigue-Syndrom sein.

Wenn Sie feststellen, dass Sie sich nicht nur nicht bewegen können, sondern auch von den folgenden Symptomen begleitet werden, wird empfohlen, einen Psychiater aufzusuchen oder eine psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen.

Warnsignal Beschreibung
Schwere Schlafstörungen Extreme Schläfrigkeit (Hypersomnie) oder Schlaflosigkeit während der ganzen Nacht, frühes Erwachen am Morgen
Anhedonie Unfähigkeit, auch nur einen Funken Freude an Hobbys zu empfinden, die man früher geliebt hat
Starkes Gefühl der Wertlosigkeit Starke Schuldgefühle, das Gefühl, nichts richtig machen zu können
Länger als zwei Wochen anhaltend Der obige Zustand besteht langfristig und kann durch Ruhe nicht gelindert werden

Um Hilfe zu bitten ist keine Schwäche, sondern der wichtigste Schritt zur Genesung.

Wenn Sie vermuten, dass Sie oder jemand in Ihrer Nähe diese Symptome aufweist, lassen Sie sich so schnell wie möglich von einem professionellen Arzt untersuchen.

Auch eine psychische Erkältung braucht einen Arzt

Sie müssen sich für Ihren Zustand nicht schämen.

Genauso wie der Körper einen Knochenbruch erleiden oder sich erkälten kann, kann natürlich auch das Gehirn krank werden.

Eine psychische Erkältung erfordert ebenfalls den Besuch eines Arztes. Suchen Sie zur richtigen Zeit professionelle psychiatrische Hilfe. Durch Medikamente zur Regulierung der Neurotransmitter, kombiniert mit einer kognitiven Verhaltenstherapie, können Sie den Teufelskreis aus “Sich-nicht-bewegen-Wollen → schlechtere körperliche Fitness → noch gedrücktere Stimmung” durchbrechen.

Lassen Sie sich von Fachleuten dabei begleiten, Ihr Gehirn neu zu starten; Sie müssen das nicht alles alleine durchstehen.

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